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Ausführliche Beschreibung zur Methode: Was ist Psychotherapie?
Meine Arbeitsweise: Therapeutische Grundhaltung (II)

Personzentrierte und experienzielle Psychotherapie (PCA) -  Gesprächspsychotherapie

Die Personzentrierte Psychotherapie (im deutschsprachigen Raum auch "Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers" genannt) eignet sich für die Behandlung von einem sehr breiten Spektrum von Problemen und Störungen. Sie ist auch für verschiedene Settings geeignet: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Spieltherapie für Kinder, Familien- und Paartherapie. Sie stellt die therapeutische Beziehung zwischen dem Klienten und dem Therapeuten ins Zentrum und bezieht erlebensfokussierte Methoden mit ein.

Die Personzentrierte therapeutische Beziehung

Die Beziehung ist von drei Grundhaltungen geprägt: Allem, was der Klient oder die Klientin in die therapeutische Beziehung bringt, wird grundsätzlich mit bedingungsloser Wertschätzung, personzentrierter Empathie und Echtheit seitens des Therapeuten begegnet. Das konkrete Anwenden dieser Grundhaltungen generiert eine grosse Vielfalt von therapeutischen Interaktionen, die genau auf die Person abgestimmt sind.

●  Bedingungslose Wertschätzung: Der Klient wird so angenommen, wie er sich dem Therapeuten zu erkennen geben möchte.

●  Personzentrierte Empathie: Die Welt der Klientin wird mit ihren Augen gesehen. Dieses Nachvollziehen wird durch den
    Therapeuten auf hilfreiche Weise kommuniziert. Dadurch entsteht das therapeutische Begleiten, welches das Gewahrwerden von
    verzerrt oder gar nicht wahrgenommenen Erlebnisinhalten erleichtert oder erst ermöglicht.

●  Echtheit des Therapeuten bedeutet die Möglichkeit von konstruktiven Auseinandersetzungen. Als Fachperson wie auch als

    Mensch ist die kommunizierte Echtheit, die sich in den Dienst des Rat- und Hilfesuchenden stellt, ein Mittel zum therapeutischen

    Fortschritt.

Experienzielle und emotionsfokussierte Methoden (L. Greenberg - G. Gendlin). Siehe auch Artikel oben!

Ich arbeite insbesondere mit dem Einbezug von emotionsfokussierten Methoden: Die körperliche Empfindung eines Problemerlebens kann so produktiv ins Zentrum gestellt werden. Oder es wird ein unbewuster "innere Dialog mit sich selbst" mit Hilfe des Therapeuten verbalisiert, indem die Zwei-Stuhl-Methode aus der Gestalt-Therapie eingesetzt wird. Diese Methoden erleichtern das Gewahrwerden von psychischen Bedürfnissen und "gesunden" Handlungstendenzen. Sie erleichtern den Kontakt zu positiven Kernemotionen bezieh-
ungsweise sie verhelfen der Person, diese für sich aufzubauen und ins Selbst zu integrieren.

Methodenintegration

Häufig arbeitet der personzentrierte Ansatz emotionszentriert oder emotionsfokussiert. Diese Arbeitsweisen ergeben sich aus der Beziehungsorientiertheit des personzentrierten Ansatzes. Eine Beziehung ist meistens stark geprägt von der Gefühlslage, vom "emotionalen Klima". Die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers macht sich dies zu Nutze. Im Selbstbezug des Klienten auf die eigenen Gefühle und Gedanken steckt viel Potenzial zur Weiterentwicklung und zur konstruktiven Konfrontation mit seinen Konzepten, Werten und Handlungsweisen sowie auch mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Aufgrund dieser Tatsache sind jene Methoden ver-
wandt, die gezielte Bearbeitungsangebote machen, um blockierte, strukturgebundene Gefühle und Gedanken zu bearbeiten (sogenannte emotionsfokussierte Psychotherapie nach Greenberg oder focusing-orientierte Psychotherapie nach Gendlin, zielorientierte Gesprächs-
psychotherapie nach Sachse etc.)  

Es kann sinnvoll sein, bestimmte Aufgaben bis zu einer nächsten Therapie-Stunde zu bewältigen oder bestimmte neue Erfahrungen aktiv ausserhalb der Therapie zu sammeln (Verhaltenstherapie). Ebenso kann ich bei starken Ängsten und Blockaden etc. bestimmte Tech-
niken wie die systematische Desensibilisierung, experientielle Methoden aus der Emotionszentrierten Psychotherapie (EFT) oder auch Focusing, hypnotherapeutische Elemente sowie EMDR (Traumatisierungen) einsetzen.

Eine sogenannt systemische Perspektive kann bei der Behandlung gewinnbringend sein und den Blick auf sich und sein Umfeld verändern. Ich arbeite auch mit dem aktiven Einbezug des Umfelds, sei es bei Jugendlichen und ihren (elterlichen) Bezugspersonen, sei dies im Fall einer Paarbeziehung, beides sofern notwendig und gewünscht.  

Philosophischer und geschichtlicher Hintergrund des Personzentrierten Ansatzes

Die Person ist im personzentrierten Ansatz ein philosophisch umfassender Begriff: Sie wird in ihrem existenziellen (Spannungs-) Verhältnis zwischen Autonomie einerseits und Beziehungsangewiesenheit auf Mitmenschen und Gesellschaft andererseits verstanden. Eines der grundlegenden Ziele der personzentrierten Arbeit ist es, der Person in diesem Spannungsfeld zu ihrem jeweiligen Gleich-
gewicht zu verhelfen und ihr volles psychologisches und soziales Entfalten zu erleichtern. Wichtige Philosophen, auf die der Person-
zentrierte Ansatz Bezug nimmt, sind unter anderem Søren Kierkegaard, Martin Buber et Emmanuel Levinas.

Der Personzentrierte Ansatz wurde in den frühen 40er Jahren vom Psychologen Carl R. Rogers (1902 -1987) begründet und von Beginn weg bis heute an den Universitäten empirisch-wissenschaftlich auf seine Wirksamkeit geprüft, gelehrt und entsprechend weiterentwickelt. Er gehört zu den gut erforschten wissenschaftlichen Psychotherapieansätzen mit hoher Wirksamkeit und breitem Behandlungsspektrum. Im deutschen Sprachraum ist aus historischen Gründen die Bezeichnung „Gesprächspsychotherapie“ (nach C. Rogers) üblicher als die international korrekte Bezeichnung von „Personzentrierter Psychotherapie“ oder auch „klientenzentrierter Psychotherapie“.

Personzentriert zu arbeiten erfordert eine mehrjährige postgraduierte Weiterbildung sowie theoretische und praktische Fachkenntnisse aus dem Bereich der wissenschaftlichen Psychologie (Hauptfachstudium). Für eine ausführlichere Einführung möchte ich auf den von mir mitgeschriebenen Eintrag in Wikipedia: Personzentrierte Psychotherapie verweisen.  ...zurück